Montag, März 1, 2021
Barfuss-zum-Mond

Reiseausrüstung

Zur Thematik des Umfangs sowie der Qualität der Reiseausrüstung gibt es vielerlei Ansichten. Diese sind nicht selten auch abhängig davon, welcher Reisephilisophie man folgt. Langzeitreisende brauchen sicherlich ein wenig mehr Reiseausrüstung als Kurzzeitreisende. In Australien sind andere Gegenstände nützlich als in Asien. Minimalisten beschränken sich auf das Wesentliche und improvisieren im Falle eines Falles, andere wiederum brauchen die Sicherheit einer kompletten Reiseausrüstung. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch das Reisebudget.

Ich habe irgendwo im Netz gelesen, ein Moskitonetz oder einen Leinenschlafsack brauche man nicht, anstatt dessen solle man doch mehr in eine vernünftige Unterkunft investieren. Ich teile diese Ansicht nicht, da sich diese Art zu reisen meines Erachtens zu weit vom traditionell minimalistischen Backpacking entfernt. Wo bleibt da das Abenteuer? Mit dicker Geldbörse reisen kann schließlich jeder. Am Ende des dort beschriebenen Weges bleibt vom einstigen Lebensgefühl des Rucksackreisens nur noch der Rucksack übrig.

So mancher Rucksackveteran würde nur zu gern die Zeit zurückstellen, doch als unbelehrbarer Nostalgiker hat man mittlerweile schlechte Karten. Gelangt man auf eine Insel und fragt in einem beliebigen Resort nach einer freien Hütte, wird man feststellen, dass die Unterkünfte allesamt von 20-jährigen belegt sind, die per Smartphone vorgebucht haben. Möchte man nicht allzu viele Nächte in der Hängematte schlafen, bleibt einem leider nichts anderes übrig, als mit der Zeit zu gehen. Aber gerade die Bewältigung kleiner „Notsituationen“ gehört doch zum Abenteuer Backpacking dazu. Flexibel auf Unwegsamkeiten während einer Reise zu reagieren. Die Erfahrung einer Nacht am Strand oder im Urwald bleibt zweifellos länger im Gedächtnis haften, als die Erinnerung an eine weiche Matratze in einem klimatisierten Raum.

Wir – meine Co-Writer und ich – haben diese Website den abenteuerlichen Seiten des Reisens gewidmet, ohne dabei permanent in Extreme zu verfallen.

Bevor wir uns 2002 für unbestimmte Zeit auf den Weg machten, hatten meine damalige Lebenspartnerin und ich in monatelanger Recherche die unserer Ansicht nach perfekte Reiseausrüstung zusammengestellt. Rückblickend kann ich daher ziemlich genau sagen, welche Gegenstände sich bewährt haben, welche ein riesiger Flop waren und auf welche man nach einiger Abwägung durchaus verzichten kann. Die Liste der nützlichen Gegenstände konnte um einige technische Innovationen der letzten Dekade erweitert werden. Die kleinen Wunderwerke machen es möglich, eine kleine Bibliothek sowie ein mittelgroßes Rechenzentrum nach den Maßstäben der 80er Jahre mitzuführen, ohne das Reisebudget und das Fassungsvermögen eines Backpacks übermäßig zu belasten.


Die folgenden 16 Ausrüstunsgegenstände sind ein nützlicher Grundstock für eine Rucksackreise:


Nr. 1 – Der Rucksack

..……Sinnbild eines Lebensgefühls für Generationen von Travellern. Als erstes ist die Größe zu bestimmen, diese richtet sich natürlich nach dem Individuum, welches den Rucksack von A nach B bewegen möchte. Für Minimalisten reichen 38 Liter, für Perfektionisten können es auch 80 Liter sein.

Man sollte sich den Keller oder den Kleiderschrank als Maßstab nehmen. Egal wie groß diese Abstellflächen sind, sie sind immer gut bis sehr gut gefüllt. Also schützt ein kleines Backpack vor der Mitnahme von zu viel Zeug. Vielleicht solltet Ihr Euch die weiteren Ausführungen zur Thematik „Reiseausrüstung“ durchlesen, bevor Ihr zu Punkt 1 zurückkehrt und die Größe des Rucksacks bestimmt.

Die Marke ist meines Erachtens sekundär von Bedeutung. Mein erstes Backpack habe ich im Aldi für 40 D-Mark gekauft und es hat mich 20 Jahre lang begleitet. Derzeit reise ich mit einem Tatonka-Backpack mit einem Füllvolumen von 45 Litern und es reicht vollkommen aus. Preis: ca 89,99 – 110,00 €. Da man auf Langzeitreisen ohnehin immer waschen muss, sollte man rigoros nur mit 3 oder 4 Komplettsätzen (Sommer-)Kleidung kalkulieren.

Tatonka Rucksack Akela 45 Liter

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Nr. 2 – Waschsalon – der etwas andere Kulturbeutel

Er ist zum ausrollen und kann in nahezu jedem Raum an einen Haken, einer Spiegelkante, einem Türrahmen oder Mauervorsprung aufgehangen werden.

Der Kulturbeutel ist vielfältig und hat unterschiedliche Fächer sowohl für größere und kleinere Sanitärartikel als auch für „ortsfremde“ Gegenstände wie Taschenmesser, Multitools und anderes Kleinzeug. Aufgerollt nimmt er nur wenig Platz in Anspruch, allerdings sollte man seine Sanitärartikel bewusst in kleineren Füllmengen kaufen. Bei Rossmann gibt es mittlerweile Proben von Zahncremes, Rasierschaum, Lotionen, Duschgel und anderem, diese reichen allerdings nur eine sehr kurze Zeit und sind im Verhältnis teurer als Großpackungen. Der Mittelweg ist auch hier meines Erachtens die beste Option. Keine Großpackungen, aber auch nicht zu kleine Füllmengen. In nahezu jedem Reiseland gibt es dieselbe Palette an Sanitärartikeln, in der Regel sogar von denselben Marken. Deshalb sollte man sehr gut darüber nachdenken, bevor man beispielsweise Literweise Sonnenmilch einkauft. Jeder hat dieses Verhalten schon mal bei sich selbst entdeckt: Man meint es bei Planung und Einkauf gut, am Ende ist es fast immer viel zu viel gewesen. Deshalb auch hier: Radikal minimieren und im Zweifel lieber vor Ort kleine Mengen nachkaufen!!!

Jack Wolfskin Mini Waschsalon

Mini-Waschsalon


Nr. 3 – Sarongs, die vielfältigen Platzwunder

Jeder kennt das Problem, der Rucksack platzt schon aus allen Nähten und ……. herje…. die Handtücher müssen noch irgendwie noch hinein. Die gute Nachricht, es gibt eine Lösung aus diesem Dilemma. Statt der sperrigen Handtücher einfach Sarongs mitnehmen. Meine schönsten habe ich in Asien gekauft, in Thailand und Indonesien. Einige haben mich 10 Jahre und länger auf meinen Reisen begleitet, bis am Ende aus den Laufmaschen Risse wurden. Ob Handtuch, Beinkleid oder Abendkleid, die Dinger sind einfach unglaublich vielfältig, vor allem für die Mädels. Darüber hinaus sind sie leicht und sparen Platz. Für Asienneulinge empfiehlt sich, auf den Märkten Ausschau danach halten. In der Regel kosten sie 3 bis 6 Euro dort.

 45 Modelle Sarong Strandtuch / Handtuch

Sarongs


Nr. 4 – Flip-Flops, hip und praktisch

Ich trage am liebsten Havaianas wegen der vielfältigen Designs, Ipanema sind aber genauso gut. Preislich gibt es zum Teil große Unterschiede, in Deutschland hat wie bei so vielen Artikeln amazon die besten Angebote und das größte Sortiment. Mein aktuelles Paar habe ich auf den Philippinen erstanden und bin seit zwei Jahren sehr zufrieden damit. Insbesondere in Asien, wo das Ausziehen des Schuhwerks in Tempeln, Bungalowanlagen und privaten Haushalten obligatorisch ist, sind sie eine angenehme und unkomplizierte Lösung.

Havaianas Brasil Unisex-Erwachsene

havaianas


Nr. 5 – Moskitonetz, ein Muss für Abenteurer

Einleitend hatte ich schon Stellung zu dem Thema bezogen, ich halte ein Moskitonetz auf Langzeitreisen für ein unverzichtbares Gadget. Es sei denn, man reist mit dickem Geldbeutel oder bezahlt gerne viel Geld für eine Übernachtung. Sowohl im gesamten süd-ost-asiatischen Raum, als auch in Australien und hier besonders im Northern Territory gibt es noch viele günstige Unterkünfte, die entweder nur mit einem löchrigen oder eben auch mit überhaupt keinem Mosquitonetz ausgestattet sind. Zum Schutz vor Malaria oder Dengue-Fieber ist ein solches Netz jedoch dringend zu empfehlen. Aus Erfahrung rate ich zum Kauf eines großen Mosquitonetzes, welches ein Doppelbett problemlos umspannt. Während Überhang auf dem Boden liegen bleibt, ist man mit einem zu kleinen Netz praktisch schutzlos.

Moskitonetz Travel auch für Doppelbetten

Moskitonetz


Nr. 6 – Die Hängematte, das Relikt aus alten Backpackerzeiten

Viel zu sperrig, werdet Ihr jetzt denken. Stimmt, allerdings ist meine Hängematte da eine Ausnahme. Aus Fallschirmstoff in Indonesien gefertigt, ist sie nicht nur leicht und unzerstörbar, sondern auch verpackt nicht größer als ein Tennisball………….na gut vielleicht ein wenig größer, aber nicht viel. Es gibt nichts schöneres, als in der Mittagshitze auf der schattigen Veranda in der Hängematte zu liegen und mit dem die Sinne umschmeichelnden Lied sanft brechender Wellen in den Mittagsschlag zu fallen.

Hängematte Traveller Fallschirmseide Belastbar bis 150 Kg

Hängematte


Nr. 7 – Das Kindle, es lebe die Zukunft

Die mobile Bücherei wiegt nur 200 Gramm. Zweifellos die nützlichste technische Errungenschaft der letzten Dekade. Vor allem für uns Traveller. Keine Kilos von Papier mehr schleppen, eine unerschöpfliche Auswahl von Büchern und und und…… ich spar mir alle weiteren Kommentare, die Euch nur langweilen würden. Die Vorteile liegen auf der Hand.

Kindle Paperwhite

kindle


Nr. 8 – Smartphone, heute unverzichtbar

Ich liebe mein Samsung Galaxy S3, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt mittlerweile, Kinderkrankheiten sind ausgemerzt und es ist mit jeglicher Hardware (ausser Apple) kompatibel. Letzteres ist auf Reisen neben dem Anschaffungspreis ein weiterer entscheidender Vorteil gegenüber den Gerätschaften mit dem angebissenen Apfel als Logo. Darüber hinaus sind Apps für Android-Geräte in größerer Anzahl verfügbar als für Apple-Geräte. Letztlich ist die Auswahl seiner Hardware allerdings eine Frage des Geschmacks und der Ausrichtung des jeweiliges Nutzers.

Samsung Galaxy S III 16 GB

Galaxy-S3


Nr. 9 – Multitool

Ob zum Öffnen von Weinflaschen, Konserven und Kokosnüssen, für notwendige handwerkliche Tätigkeiten in und um den Bungalow, Zurechtschneiden von Schnüren zum Befestigen des Moskitonetzes oder der Hängematte oder dem Schneiden und maniküren der Fingernägel, die Anwendungsbereiche eines Multitools sind grenzenlos. Dazu ist die kleine Werkzeugkiste Kompakt und leicht. Für mich gehört das Tool unbedingt in den Rucksack, da es auf jeder meiner Reisen mehrfach gebraucht wurde.

Victorinox Multitool

Victorinox


Nr. 10 – Adapter

Gibt es auch sicher irgendwo in den Zielebieten zu kaufen, nur wer möchte schon Ewigkeiten danach suchen? Man bedenke zudem, je exotischer das Reiseland, desto schwieriger die Suche nach Adaptern.

Mit dem Foxnova kauft man ein Adapter, das quasi weltweit eingesetzt werden kann. Vorbei die Zeiten, als man für jedes Land einen eigenen Adapter brauchte.

Foxnovo Universal All-in-One

Adapter


Nr. 11 – Turnschuhe (statt Wanderschuhe)

Leichte Laufschuhe sind vielseitige Partner auf Reisen. Beim Joggen, auf dem Motorrad, an Reisetagen und beim Bergwandern. Sie sollten nicht zu teuer sein, denn sie sind auch und überwiegend auf fremden Terrain unterwegs und werden extrem beansprucht.

Jeder hat das Szenario schon einmal irgendwo auf Reisen gesehen: klobige Wanderschuhe, die mit den Schnüren festgebunden an einem Backpack baumeln. Dem gut sortierten Reisenden ist nun mal wichtig, dass die Ausrüstung vollständig ist. Aber sind Wanderschuhe wirklich notwendig, wenn man beispielsweise einen Vulkan auf Sumatra besteigt? Auf dem Weg hinauf zum Merapi-Vulkan wurde ich von einem kettenrauchenden „Bergführer“ begleitet, dessen Schuhwerk aus einem Paar ausgelatschter FlipFlops bestand. Mit flinken Beinen lief er stets voran, während ich an beiden Füssen jeweils ein zusätzliches Kilo Gewicht den steilen Vulkan hinauf hieven musste. Ein zusätzlicher und vor allem unnötiger Ballast, den man schlimmstenfalls über Monate ungenutzt mitschleppen muss.

De facto ist es so, wenn man nicht gerade einen Bersteigerurlaub macht, kann man die Wanderschuhe getrost zu Hause lassen. Meine Empfehlung und ein gutes Preis-Qualitäts-Verhältnis:

Puma Xenon TR SL, Herren Laufschuhe, Schwarz

Turnschuhe Herren
Asics Patriot 7, Damen Laufschuhe, Weiß

 

Turnschuhe Damen


Nr. 12 – Laptop/Tablet

Als Blogger sollte man stets auf eine die individuellen Bedürfnisse befriedigende Hardware verfügen können. Bei mir ist das nicht so dramatisch. Ich nutze das Internet lediglich  als Medium  und Infoquelle, spiele nicht und arbeite nur mit der gängigen Datenverarbeitungs- und Fotobearbeitungssoftware. Der Display sollte nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein (15 Zoll reicht mir), RAM-Speicher und Festplattenkapazität sollten zukunftsorientiert gewählt werden, mehr brauche ich nicht. Zur besseren Orientierung habe ich auf anderen Travelseiten gekiebitzt und…… chapeau…… eine Vielfalt von Empfehlungen hinsichtlich der angesagtesten Tools, Applications und Links entdeckt. Vielleicht bin ich ein unbelehrbarer Reiseromantiker, aber ich bin hauptsächlich unterwegs um die Welt zu sehen und mehr über die fremden Kulturen zu erfahren. Die mitgebrachte Technik hilft mir lediglich dabei, meine Blogbeiträge zu posten, eine BuchhaltungsApp meine Ausgaben betreffend brauche ich auf Reisen ebensowenig wie einen digitalen Terminplaner…..

Ich habe mich nach eingehender Recherche für das Folgemodell meines aktuellen Notebooks entschieden:

Samsung Notebook Series 3 NP350V5C (15,6 Zoll) Notebook

Notebook


Nr. 13 – Stirnlampe

Keine Frage, die Stirnlampe ist ein alternativloses Gadget für echte Backpacker. Wer nachts eine steile Stiege in einer Backpackerunterkunft hinab steigen muss oder voll auferödelt einen Weg durch unbeleuchtetes Terrain entlang stiefelt, weiss eine gute Stirnlampe zu schätzen. Die Petztl ist nicht nur ausreichend hell, sie ist darüber hinaus noch vergleichsweise preiswert. Beeindruckt haben mich zudem die Kundenrezensionen

Petzl Stirnlampe Tikkina, Blue Ocean
Stirnlampe


Nr. 14 – Regenjacke

Muss man nicht unbedingt dabei haben, es sei denn, man ist in kälteren Regionen unterwegs. In den warmen Ländern dieser Welt ist Regen häufig eine willkommene Abkühlung für den Körper, wer dennoch nicht nass werden möchte braucht nicht mehr als eine hauchdünne Regenjacke, die möglichst wenig wiegt und zusammengefaltet keinen großen Raum einnimmt.

Ich kann und möchte hier kein Produkt empfehlen, da ich selbst keinen Regenschutz besitze und von den aktuellen Produkten auf dem Markt nicht vollends überzeugt bin.


Nr. 15 – flache Bauchtasche
Begleitet mich schon seit Jahren. Ich habe mich daran gewöhnt, man spürt sie kaum und alle wichtigen Dokumente sind immer „am Mann“. Über Sinn und Nutzen kann man sich lange streiten, ich persönlich sehe die flache Bauchtasche auf Reisen als die bessere Geld- und Dokumentenbörse an, der Sicherheitsaspekt kommt noch hinzu ist aber meines Erachtens zu vernachlässigen. Tatsächlich bin ich auf Reisen nur ein einmal beklaut worden und zu diesem Diebstahl hatte ich maßgeblich selbst beigetragen, indem ich mein Handy von außen sichtbar in meinem Holzbungalow auf dem Bett präsentierte.

Eagle Creek Bauchtasche Silk Undercover, black

Bauchtasche


Nr. 16 – Schlafsackinlet
Dient Hygienezwecken und sollte bei längeren Reisen in warme Regionen zur Sicherheit mitgeführt werden. Das Hüttenschlafsackinlet von Silkworm wiegt ganze 141 Gramm und passt verpackt in jede Schlafsacknische. Solltet Ihr kostengünstige Unterkünfte bevorzugen, ist die Mitnahme eines Schlafsackinlets dringend zu empfehlen. Ich habe es auch auf kürzeren Reisen immer dabei.

Schlafsack Hüttenschlafsack Inlett Micro Silk, 140g dunkelblau

Inlet