Sonntag, September 26, 2021
Barfuss-zum-Mond

Palawan – Retro-trip in die 70er!!!

Aus dem Lautsprecher des Busses dröhnt „Painted black“, während der Busfahrer mit Schwung eine Serpentine nimmt. „Tour of duty“ schiesst es mir durch den Kopf, die Fernsehserie aus den USA über dem Vietnamkrieg. Ich halte im Grunde nichts von kriegsverherrlichenden Machwerken made in USA, aber die Musik, die den Kriegsfilmen und -serien aus der Vietnamära unterlegt wurde, ist absolut mein Ding. Die Busfahrt vom Port Barton nach El Nido ist eine musikalische Zeitreise in meine früheste Kindheit und ein Hochgenuss.

IMG_2043Aber zurück zum Anfang. Palawan. Auf der großen touristischen Landkarte bisher ein weißer Fleck. Und genau aus diesem Grund ein absolutes Paradies für Individualisten.

Puerto Princesa:

Sinnbild der Aufbruchsstimmung auf dem Eiland, eine Melange aus alt und neu, Tradition und Moderne. Traditioneller Fischfang trifft auf Fastfoodketten, Markthallen auf Einkaufzentren und Garküchen auf Touristenrestaurants. Eine moderne Strandpromenade lädt zum Flanieren ein. Gegen Nachmittag wird den zahlreichen Foodstalls vor der sehenswerten Bucht Leben eingehaucht.

IMG_2037Zu dritt unterwegs, tauchten wir ein in die kulinarische Vielfalt einer Region, in der der Fischfang nach wie vor ein ertragreicher Wirtschaftszweig ist. Ob Garnelen, Sashimi vom Thunfischfilet oder Meeresfrüchte, wir kauften sie auf dem Markt, bereiteten sie in der Küche unseres Guesthouses zu und schlemmten, was das Zeug hielt. Mit Dirk haben wir einen begnadeten Koch in unseren Reihen, der seit mehr als 20 Jahren die asiatische Küche erforscht und jederzeit auch aus einem begrenzten Vorrat an Zutaten immer ein leckeres Gericht zu zaubern in der Lage ist.

OK, ich verstehe, ihr wollt Strände.

Bei San Vincente

gibt es sie noch, die menschenleeren Traumstrände, der Ort selber war nicht mehr und vor allem nicht weniger als ein noch weitestgehend authentisches Fischerdorf mit einem Edelhotel auf den Felsen oberhalb der Bucht und einigen Backpackerhostels am Ortsrand. Der Gemischtwarenhändler im Ortszentrum sorgte für ausreichende Beschallung mithilfe mannshoher Lautsprecher auf beiden Seiten der Ladenfront. Natürlich lief auch hier der gute 70er Jahre Rock´n Roll.

IMG_2099An den Stränden außerhalb des Ortes trafen wir auf Kinder, die nach Meeresfrüchten suchten, sonst war dort niemand zu sehen. Diese naturbelassenen, menschenleeren Traumstrände gibt es auf den Philippinen nahezu überall. Flache Buchten mit weißen Sandstränden, nur ohne den Müll, den man an einigen Stränden Thailands findet. Hier und da liegt eine gärende Kokosnuss im Sand oder ein durch Sturm abgetrennter Palmwedel. Keine Liegen, Sonnenschirme und Cocktailbars in Reichweite. Natur pur.

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Port Barton

hingegen hat schon die nächste Sprosse auf dem Weg hinauf in den Tourismusolymp erklommen. Eine Vielzahl liebevoll angelegter Resorts mit Hütten aus Holz laden zum Verweilen ein. Das Flair, das bei Einzug der Rucksackpioniere einst hier herrschte, ist noch präsent, vor allem, weil die Protagonisten dieser Epoche noch immer da sind. Etwas in die Jahre gekommen, berichten sie mit glänzenden Augen davon, wie der mittlerweile ordentlich verbaute Strand früher mal ausgesehen hat.

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Noch immer sind die Gäste überwiegend Rucksacktouristen, die auf dem Weg von Puerto Princesa nach El Nido hier einen Zwischenhalt machen. In schnuckeligen kleinen Restaurants kann man zu Mittag oder Abend essen, die Auswahl auf den Speisekarten ist allerdings lediglich ein Indiz dafür, was der Herr oder die Frau des Hauses imstande ist zu kochen. Mehrheitlich sind die Gerichte nicht verfügbar, weil Zutaten fehlen. Für mich ist es so perfekt, weil es eben nicht perfekt ist. Das Leben in diesen alten Backpackerrefugien hat eben immer noch seinen ganz besonderen Charme.

El Nido:

Lass Bilder sprechen!!

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Die zahlreichen vorgelagerten Inseln sind nur im Rahmen verschiedener Touren, die in den zahlreichen Reisebüros vor Ort gebucht werden kann, erkundbar. Verschiedene Touren steuern verschiedene Inseln an.  Sicher, man findet auch immer einen Fischer, der sein Boot privat vermietet, allerdings ist dies auch eine Preisfrage. Die Preise für die Touren in den Reisebüros sind verhandelbar und wir einigen uns nach einem harten aber durchaus lustigen Schlagabtausch auf 600 php pro Nase für die Lagunentour.

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Die Bucht mit den aus dem überwiegend türkisblauen Wasser herausragenden Kreidefelsen wird dem Asienkenner bekannt vorkommen. Ähnliche Formationen sind überall entlang der Andamanenküste in Thailand und ganz speziell in der Bucht von Phang nga zu finden. Ein weiterer Zwilling dieses traumhaften Archipels ist die Halong Bay im Norden Vietnams.

Noch ein paar weisse Sandstrände und Kokospalmen dazu, fertig ist das Paradies unter tropischer Sonne.

Der Ort El Nido selbst verdient keine grosse Würdigung, er ist nicht viel mehr als ein Schlaf- und Versorgungszentrum für die ständig wachsende Zahl der Abenteuerlustigen und für palawanische Verhältnisse schon ein echter Touristenort.

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